Auf dieser Seite finden Sie Geschichten und Texte, die uns auf ihre Weise zu uns selbst führen und uns unseren Blick für unser Leben erweitern wollen. Einige der Geschichten lese ich immer wieder gern in meinen Seminaren vor.

Sollten Sie feststellen, dass ich Urheberrechte mit der Veröffentlichung einzelner Geschichten hier verletze, bitte ich Sie um eine konkrete Mitteilung.

In der Begegnung mit dir

In der Begegnung mit dir, spüre ich mein Glück, meine Freude und meine Liebe.
- Das bin ich!

In der Begegnung mit dir, spüre ich meine Not, meine Angst und auch meine Wut.
- Das bin ich!

In der Begegnung mit dir, spüre ich die Herausforderung, dazu zu lernen und wachsend immer mehr Ich-Selbst zu sein.

In der Begegnung mit dir, lerne ich meine Grenzen und deine Grenzen achten.

Das alles bin ich – auch durch dich!

Wenn ich dabei ganz offen für mich und für dich bin, staune ich und bin berührt, von meiner und von deiner Schönheit und Liebe.

Und was ist wichtig für dich?

Wovon lässt du dich berühren?

Bist du bereit, für eine Begegnung in gegenseitiger Achtung, mit Offenheit und mit Interesse füreinander?

Magst du das Wagnis eingehen?

Ich freue mich auf uns!

(von Gerhard Salger überarbeitet von Roland Eggert, 2017)

Hör auf die leise Stimme in der Tiefe,

sie spricht zu dir bei Tag und in der Nacht.

Und ob sie dich oft auch vergeblich riefe,

sie ruft und ruft bis endlich du erwacht:


Es rauscht ein Strom in dir, gespeist aus Quellen,

die ferner sind als

du erahnen magst.


Es trägt der Strom dein Herz auf seinen Wellen,

du aber weißt es nicht und bangst und fragst.

Woher die Kraft, die dich durchs Dasein führet,

woher der Mut, noch immer fest zu stehen,

wenn alles um dich wankt?

Bis du es spürst:

dich trägt der Strom, du kannst nicht untergehn.


Es trägt der Strom dich hin durch viele Leben

Und zeigt dir Bilder, die vorübergehen,

nur was du sehen sollst, wird dir gegeben,

sieh an die Bilder,

doch bleib niemals stehen.


Hängst du an Ufern, wirst du bald zerschellen,

vertrau dem Strom, dein Leben und Geschick.

Er trägt dich sicher hin auf seinen Wellen,

er trägt dich einst zu deinem Ursprung zurück.

Ephides

Vom Stamm der Babemba aus Südafrika wird erzählt

Wenn ein Stammesmitglied ungerecht gewesen ist oder unverantwortlich gehandelt hat, wird es in die Dorfmitte geholt, aber nicht daran gehindert wegzulaufen.

Alle im Dorf hören auf zu arbeiten und versammeln sich um den „Angeklagten“.

Dann erinnert jedes Stammesmitglied, ganz gleich welchen Alters, die Person in der Mitte daran, was sie in ihrem Leben Gutes getan hat.

Alles, an was man sich in Bezug auf diesen Menschen erinnern kann, wird in allen Einzelheiten dargelegt. Alle seine positiven Eigenschaften, seine Stärke und seine Güte werden dem Angeklagten in Erinnerung gerufen.

Alle, die den Kreis um ihn herum bilden, schildern dies sehr ausführlich. Die einzelnen Geschichten über diese Person werden mit absoluter Ehrlichkeit und großer Liebe erzählt.

Es ist niemanden erlaubt das Geschehene zu übertreiben oder etwas zu erfinden. Niemand ist unehrlich oder sarkastisch.

Die Zeremonie wird so lange fortgeführt, bis jeder im Dorf mitgeteilt hat, wie sehr er diese Person als Mitglied der Gemeinde schätzt und respektiert.

Der ganze Vorgang kann mehrere Tage dauern. Am Ende wird der Kreis geöffnet und ein fröhliches Fest miteinander gefeiert.

(nach Gerald Jampolsky)

Die Königskobra

Sie war berüchtigt, die Königskobra, die sich schon vor einiger Zeit in der Nähe des Dorfes niedergelassen hatte. Mit ihrer gewaltigen Größe und ihrer ungewöhnlichen Aggressivität versetzte sie Groß und Klein in Furcht. Wenn immer die Dorfbewohner sie zu Gesicht bekamen, suchten sie schleunigst das Weite.

An einem sonnigen Morgen hatte sie ihren Aufenthaltsplatz an einer Steinmauer ganz in der Nähe des Weges zu den Feldern gewählt, und die Frauen und Männer, die auf ihm unterwegs waren, mussten einen großen Bogen machen. Gegen Mittag sah man aus der Ferne einen Mönch sich andächtigen Schrittes den Häusern nähern, und es konnte nicht lange dauern, bis er an der gefährlichen Stelle vorbei kommen würde. Die Bauern bei ihrer Arbeit sahen Unheil auf den Pilger zukommen und versuchten sogleich, ihn zu warnen. Der Fremde aber ließ sich nicht beeindrucken und ging unbeirrt weiter. Als er auf der Höhe der Kobra angelangt war, schnellte diese plötzlich in die Höhe, reckte drohend ihren Kopf und zischte den Vorübergehenden wutentbrannt an.

Doch der braun-gewandete Mönch ließ sich nicht erschrecken oder gar zu irgendeiner Handlung hinreißen. Im Gegenteil. Er sah die Schlange freundlich und liebevoll an, als sei sie eine gute alte Freundin von ihm. Das hatte die Kobra noch nie erlebt und sie bemerkte verwundert, dass ihr dieser Blick unglaublich wohl tat. In einem Augenblick war ihr Zorn verflogen, und die Feindseligkeit, die sie eben noch verspürte, war spurlos vergangen.

Nun redete der Pilger sie an, denn er war der Sprache der Tiere mächtig: „Sieh‘ selbst, jetzt bist du heiter und froh, weil du dein Wüten und Rasen eingestellt hast und keine Zorngedanken hegst. Wenn du in deiner Wildheit anderen Furcht und Schrecken einjagst, tust du auch dir nichts Gutes. Ich kenne schon lange keine üblen Gedanken mehr, sage nichts Böses und füge niemandem ein Leid zu. Daher lebe ich mit anderen und mit mir selbst in völliger Harmonie – und ich bin glücklich.“

Die sanften Worte des Mannes machten die Königskobra sehr nachdenklich, und es fiel ihr wie Schuppen von den Augen: Ihr bisheriges Leben war von Wut und Hass bestimmt, und sie selbst daher immer in innerer Anspannung und Unfrieden. Im Augenblick aber war alles anders, sie war ruhig und heiter. Ja, sie wollte, sie musste sich ändern. Die Schlange dankte dem Pilger und versprach ihm, von nun an allen Wesen nur noch voller Wohlwollen und Liebe zu begegnen.


Natürlich fiel es den Dorfbewohnern bald auf, dass das gefürchtete Reptil sich nicht mehr wild und bedrohlich gebärdete, wenn sie in ihre Nähe kamen, sondern sich still auf den Steinen sonnte oder friedlich durch das Gras schlüpfte. Sie hielten die Kobra für schwach oder krank und hatten deshalb keine Angst mehr vor ihr. Ja, mit einem Mal sahen sie die Möglichkeit, dem Reptil endlich das früher erlittene Leid heimzuzahlen. Der Mutigste fing an, die arme Schlange mit einem Stock zu ärgern und sie bei ihrem Sonnenbad zu stören.

Bald zogen die anderen nach, einige fassten sie am Schwanz und ließen sie in der Luft kreisen. Andere traten nach ihr, bewarfen sie mit Ästen und Steinen oder schlugen sie. Die Angriffe und die spöttischen Bemerkungen wollten kein Ende nehmen; Und eines Tages war es so krank und matt, dass es sich kaum mehr bewegen konnte.

Da war es kein Wunder, dass sie etwas unsicher wurde, ob ihr neuerliches Verhalten überhaupt richtig war und ob sie nicht besser wieder zu ihrer alten Art zurückkehren und drohend ihre gespaltene Zunge zeigen oder gar beißen sollte. Und doch war ihr so wohl dabei, wenn Wut und Ärger in ihr schwiegen.

Wie freute sich da unsere Königskobra, als sie nach einiger Zeit ihren vormaligen Lehrer, den weisen Mönch mit seiner einfachen Kutte, wieder still des Weges kommen sah. Er war die Rettung, er wusste sicher Rat. Tatsächlich war der Pilger wiedergekommen, um nach der Schlange zu sehen und in Erfahrung zu bringen, welche Fortschritte sie gemacht hatte oder welche Schwierigkeiten ihr begegnet waren.

Er war allerdings ziemlich überrascht, die einstmals so prächtige Schlange völlig kraftlos, abgemagert und mit den Spuren vieler Verletzungen vorzufinden. „Wie geht es dir?“, fragte er besorgt. „Weshalb siehst du so elend aus? Was ist dir widerfahren?“

„Eigentlich geht es mir nicht schlecht. Klar, ich bin ein wenig schmäler geworden, weil ich keine Mäuse und Frösche mehr töte, um sie zu fressen. Und wenn ich nicht gerade ein totes Tier finde, ernähre ich mich von Pflanzen und Früchten. Das ist schon in Ordnung.“

„Aber du bist doch von Narben übersäht und machst einen ziemlich verstörten Eindruck. Da muss doch noch etwas anderes dahinter stecken.“

„Nun, wenn du so fragst: Als die Dorfbewohner mitbekamen, dass ich nicht mehr mit den Augen blitzte und nicht mehr nach ihnen schnappte, wurden sie übermütig und trieben es ärger und ärger mit mir. Deshalb glaube ich fast, dass sich dein Ratschlag von damals gar nicht immer verwirklichen lässt.“

„Sage das nicht. Sage das nicht. Gewiss, ich habe dir geraten, niemanden zu verletzen oder gar zu töten. Du sollest keinem Wesen absichtlich einen Schaden zufügen oder es beeinträchtigen, stattdessen ihm stets mit Freundlichkeit und Wohlwollen begegnen. Doch war nicht davon die Rede, dass du nicht zischen darfst, wenn man dir zu nahe tritt oder übel will. Es hätte niemandem weh getan, hättest du dich in deiner ganzen Größe gezeigt und jedem deutlich gemacht, dass du wie jeder andere unbehelligt bleiben möchtest.“

Dass sie nicht selbst darauf gekommen war! Denn der Pilger hatte Recht, wie sich schnell herausstellte. Bald schon hatte die Kobra ihre Mutlosigkeit überwunden und bewegte sich wieder frei und unbekümmert in den Feldern und auf den Weiden. Von ihrer liebevollen Haltung gegenüber jedermann ging sie nicht im Mindesten ab. Doch wenn wieder jemand Schabernack mit ihr treiben wollte, reckte sie sich mächtig in die Höhe, züngelte und zischte nach Kräften und flößte so dem Betreffenden gehörig Respekt ein. Und schließlich kamen alle gut miteinander aus.

Geduld
Wenn der Baum geboren wird,
ist er nicht sofort groß.
Wenn er groß ist,
blüht er nicht sofort.
Wenn er blüht,
bringt er nicht sofort Früchte hervor.
Wenn er Früchte hervorbringt,
sind sie nicht sofort reif.
Wenn sie reif sind,
werden sie nicht sofort gegessen.

Aegidius von Assisi +1262

Anruf bei einer Service-Hotline zur Software LIEBE

Anrufer :
Hallo! Ich habe hier ein neues Programm das ich gerne auf meinem
persönlichen System installieren würde. Es heißt LIEBE. Was soll ich
als erstes machen?
Hotline:
Auf Ihrer Festplatte gibt es eine Partition, die heißt HERZ. Haben Sie die?
Anrufer:
Ach so, das ist der Trick! Ich hab's immer auf der Hauptpartition KOPF
versucht. Na gut, ich probier das mal. Oh Mist, HERZ ist ziemlich voll!
Hotline:
Machen Sie doch mal den Task-Manager auf und schauen unter "Prozesse". Was
läuft denn da?
Anrufer:
Oh je, Alte_Verletzungen.exe, Groll.com, Geiz.com, Ablehnung.exe und
lauter so Zeug. Vor allem Hass.exe. Das krallt sich fast den
ganzen Speicherplatz!
Hotline:
Kein Problem. LIEBE wird vieles davon ganz automatisch aus Ihrem
Betriebssystem löschen. Manches bleibt zwar im Hintergrund aktiv, wird
aber keine anderen Programme mehr stören.
Alte_Verletzungen.exe und Geiz.com müssen Sie aber vor der Installation
selber vollständig löschen.
Anrufer:
Nein! Das sind für mich zwei ganz wichtige gute alte Stücke! Das hat mich
Jahrzehnte gekostet, all die Komponenten dafür zusammen zu sammeln!
Muss das wirklich raus??
Hotline:
Ja, das ist unumgänglich. Gehen Sie ins Startmenü und suchen Sie unter
Zubehör/Verzeihung. Das lassen Sie dann so oft laufen, bis Geiz.com und
Alte_Verletzungen.exe vollständig gelöscht sind.
Anrufer:
Na gut, wenn's sein muss. LIEBE ist mir einfach so sehr empfohlen
worden, das Ding will ich unbedingt hier laufen haben! So, geschafft ..
He! Da steht jetzt: "ERROR 490, Programm läuft nicht auf internen
Komponenten". Was soll denn das jetzt?
Hotline:
Nichts Schlimmes, ist ein altbekanntes Problem. Es bedeutet, dass LIEBE
für externe HERZEN konfiguriert ist, aber auf Ihrem eigenen ist es noch
nicht gelaufen. Das ist eine von diesen ganz komplizierten Sachen. Ich
sag's mal so: Sie müssen zunächst Ihr eigenes Gerät lieben, bevor es
andere lieben kann.
Anrufer:
Hä?
Hotline:
Können Sie den Ordner Selbstakzeptanz finden?
Anrufer:
Ja, hab ich.
Hotline:
Wunderbar. Klicken Sie auf die folgenden Dateien und kopieren Sie sie in
den Ordner MEINHERZ, und zwar: Selbstvergebung.doc, Selbstschätzung.doc
und Güte.txt. Außerdem bitte Selbstbeurteilung.exe aus allen Ordnern
löschen und dann den Papierkorb leeren, sonst kommen sie immer wieder
zurück.
Anrufer:
LIEBE installiert sich jetzt ganz von selbst. Ist das gut so?
Hotline:
Ja, so gehört sich das. Nun sollte eine Nachricht auftauchen, dass sich LIEBE
immer wieder neu lädt, so lange Ihre HERZ-Festplatte läuft. Sehen Sie
diese Nachricht?
Anrufer:
Seh ich. Ist die Installation nun abgeschlossen?
Hotline:
Ja, aber denken Sie daran, dass Sie bis jetzt nur die Basisversion
installiert haben. Sie müssen sich nun mit anderen HERZEN vernetzen,
um an die Upgrades zu kommen.
Anrufer:
Ok. Klasse! Mein HERZ lädt gerade eine wunderschöne Melodie. Auf meinem
Bildschirm läuft Lächeln.mpg. Wärme.exe, Friede.exe, Zufriedenheit.doc
und lauter solche Sachen breiten sich gerade im Speicher aus. Fühlt sich gut an!
Hotline:
Fein. Damit ist LIEBE installiert und läuft. Von diesem Punkt an sollten
Sie gut alleine weiterkommen.
Anrufer:
Jetzt brauchen Sie sicher meine Kontonummer wegen der Abbuchung.
Hotline (lacht):
Nein, LIEBE ist Freeware. Geben Sie das Programm bitte an jeden weiter,
den Sie treffen, mit allen Komponenten. Die Leute werden es dann
ihrerseits weiterverbreiten, und ich wette, dass Sie dann von denen eine
Menge ganz feiner neuer Module zurückbekommen.
Anrufer:
Gebongt, will ich gerne machen. Vielen Dank für Ihre Hilfe.

(Autor leider unbekannt)

Es ist, was es ist

Es ist Unsinn - sagt die Vernunft.

Es ist was es ist - sagt die Liebe.

Es ist Unglück - sagt die Berechnung.

Es ist nichts als Schmerz - sagt die Angst.

Es ist aussichtslos - sagt die Einsicht.

Es ist was es ist - sagt die Liebe.

Es ist lächerlich - sagt der Stolz.

Es ist leichtsinnig - sagt die Vorsicht.

Es ist unmöglich - sagt die Erfahrung.

Es ist was es ist - sagt die Liebe.

Erich Fried

Als ich mich wirklich zu lieben begann

Als ich mich wirklich zu lieben begann, habe ich verstanden,
dass ich immer und bei jeder Gelegenheit, zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin
und das alles, was geschieht richtig ist. Von da an konnte ich ruhig sein.
Heute weiß ich, das nennt sich "SELBSTACHTUNG":

Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann, konnte ich erkennen,
dass emotionaler Schmerz und Leid nur Warnungen für mich sind, gegen meine
eigene Wahrheit zu leben. Heute weiß ich, das nennt man "AUTHENTISCH-SEIN":

Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann, habe ich verstanden,
wie es jemand wirklich beschämt, ihm meine Wünsche aufzuzwingen, obwohl ich wusste,
dass die Zeit nicht reif war, auch wenn ich selbst dieser Mensch war.
Heute weiß ich, das nennt man "RESPEKT".

Als ich mich wirklich zu lieben begann, habe ich aufgehört mich nach einem anderen
Leben zu sehnen und konnte sehen, das alles um mich herum eine Aufforderung zum
wachsen war. Heute weiß ich, das nennt man "REIFE".

Als ich mich selbst wirklich zu lieben begann, habe ich aufgehört, mich meiner freien Zeit
zu berauben. Und ich habe aufgehört, weiter grandiose Projekte für die Zukunft zu entwerfen.
Heute mache ich nur das, was mir Spaß und Freude bereitet, was ich liebe und mein Herz
zum singen bringt, auf meine Art und Weise und in meinem Tempo.
Heute weiß ich, das nennt man "EHRLICHKEIT".

Als ich mich selbst wirklich zu lieben begann, habe ich mich von allem befreit,
was nicht gut für mich war. Von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen und von Allem
was mich immer wieder hinunterzog, weg von mir selbst.
Anfangs nannte ich das "GESUNDEN EGOISMUS". Aber heute weiß ich das ist "SELBSTLIEBE":

Als ich mich wirklich zu lieben begann, habe ich aufgehört, immer Recht haben zu wollen.
So habe ich mich weniger geirrt. Heute habe ich erkannt, das nennt man "EINFACH-NUR-SEIN".

Als ich mich selbst wirklich zu lieben begann, habe ich mich geweigert weiter in der Vergangenheit zu leben und mich um meine Zukunft zu sorgen. Jetzt lebe ich nur mehr in diesem Augenblick wo ALLES stattfindet. So lebe ich heute jeden Fag und nenne es "VOLLKOMMENHEIT".

Als ich mich wirklich zu lieben begann, da erkannte ich, dass mich mein Denken armselig und krank machen kann. Als ich jedoch meine Herzenskräfte anforderte, bekam mein Verstand
einen wichtigen Partner. Diese Verbindung nenne ich heute "HERZENSWEISHEIT".

Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen, Konflikten und Problemen mit uns selbst und anderen zu fürchten, denn sogar Sterne knallen manchmal aneinander und es entstehen neue Welten.
Heute weiß ich, DAS IST das Leben!

(diese Worte schrieb Charlie Chaplin an seinem 70. Geburtstag am 16. April 1959, ist jedoch unmstritten)

Achte gut auf diesen Tag
denn er ist das Leben –
des Leben allen Lebens.
In seinem kurzen Ablauf
liegt alle Wirklichkeit
und Wahrheit des Daseins,
die Wonne des Wachsens,
die Herrlichkeit der Kraft.
Das Gestern ist nichts als ein Traum,
und das Morgen nur eine Vision.
Aber das Heute - richtig gelebt -
macht jedes Gestern
zu einem Traum voller Glück
und das Morgen
zu einer Vision voller Hoffnung.
Achte daher wohl auf diesen Tag.

Dschalal ad-Din Muhammad Rumi (1207 - 1273)

Die Güte

Güte kommt von gut. Wer gütig ist, der will dem anderen Gutes, ohne etwas von ihm zu fordern oder zu erwarten. Die Güte hält Abstand. Sie scheint von Ferne. Sie tritt dem anderen nicht nahe. Sie ist nachsichtig, jenseits der Moral und in diesem Sinne a-moralisch. Sie will nichts verändern. Sie bejaht den anderen, wie er ist, doch ohne es zu sagen. Sie ist nur da.

In der Nähe gütiger Menschen fühlen wir uns wohl. Ihre Güte macht auch uns milder, menschlicher, einfach durch ihre Gegenwart. Die Güte ist wie mildes Licht am Abend, das die scharfen Konturen verschwimmen lässt. Kein Wunder, dass wir diese Güte vor allem bei älteren Menschen finden, die ihre früheren Erwartungen und Träume schon lange hinter sich gelassen haben und die warten konnten, bis vieles, das sich zuerst als bedrohlich erwies, von selbst vorüberging, und die dankbar sind, das auch das wirklich Bedrohliche an ihnen vorüberging.

Güte ist daher vor allem Gelassenheit, Einklang mit der Vergangenheit und Zukunft. Sie ist die Schwester der Weisheit.

Bert Hellinger

Ein Platz für Menschen

Wenn dies hier kein Platz ist, wo Tränen verstanden werden,
Wohin kann ich gehen, um zu weinen?

Wenn dies hier kein Platz ist, wo mein Geist beflügelt wird,
Wohin kann ich gehen, um zu fliegen?

Wenn dies hier kein Platz ist, wo meine Fragen gestellt werden können,
Wohin kann ich gehen, um zu suchen?

Wenn dies hier kein Platz ist, wo meine Gefühle gehört werden können,
Wohin kann ich gehen, um zu reden?

Wenn dies hier kein Platz ist, wo ich akzeptiert werde, wie ich bin
Wohin kann ich gehen, um zu sein?

Wenn dies hier kein Platz ist, wo ich versuchen kann zu lernen und zu wachsen,
Wo kann ich einfach ich selbst sein?

William J Crocker

Aus „Briefe an einen jungen Dichter“ von Rainer Maria Rilke

Man muss den Dingen
die eigene, stille,
ungestörte Entwicklung lassen,
die tief von innen kommt,
und durch nichts gedrängt
oder beschleunigt werden kann;
alles ist austragen -
und dann
Gebären...

Reifen wie der Baum, der seine Säfte nicht drängt
und getrost in den Stürmen
des Frühlings steht,
ohne Angst,
dass dahinter kein Sommer
kommen könnte.
Er kommt doch!

Aber er kommt nur zu den Geduldigen,
die da sind,
als ob die Ewigkeit vor ihnen läge,
so sorglos still und weit...

Man muss Geduld haben,
gegen das Ungelöste im Herzen,
und versuchen, die Fragen selber lieb zu haben,
wie verschlossene Stuben,
und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache
geschrieben sind.

Es handelt sich darum, alles zu leben.
Wenn man die Fragen lebt,
lebt man vielleicht allmählich,
ohne es zu merken,
eines fremden Tages
in die Antwort hinein.

Unsere tiefste Angst ist nicht,

dass wir unzulänglich sind,

unsere tiefste Angst ist,

dass wir unermesslich machtvoll sind.

Es ist unser Licht, das

wir fürchten,

nicht unsere Dunkelheit.

Wir fragen uns: „Wer bin ich eigentlich,

dass ich leuchtend, beg

nadet, phantastisch sein darf?“

Wer bist Du denn, es nicht zu sein?

Du bist ein Kind Gottes.

Wenn Du Dich klein machst,

dient das der Welt nicht.

Es hat nichts mit Erleuchtung zu tun,

wenn Du schrumpfst,

damit andere um Dich herum

sich nicht verunsichert

fühlen.

Wir wurden geboren, um die Herrlichkeit

Gottes zu verwirklichen, die in uns ist.

Sie ist nicht nur in einigen von uns,

sie ist in jedem Menschen.

Und wenn wir unser eigenes Licht

erstrahlen lassen,

geben wir unbewusst anderen Menschen

die Erlaubnis, dasselbe zu tun.

Wenn wir uns von unserer eigenen

Angst befreit haben,

wird unsere Gegenwart,

ohne unser Zutun, andere befreien.
 

Dieser Text wird oft als Nelson Mandelas Antrittsrede anläßlich seiner Präsidentschaft, im Jahr 1994, ausgegeben.

Sie steht jedoch in dem Buch von Marianne Williamson „A return to love“ - „ Die Rückkehr zur Liebe", Goldmann-Verlag

 

Desiderata 

Gehe ruhig und gelassen durch Lärm und Hast und sei des Friedens eingedenk, den die Stille bergen kann. Stehe, soweit ohne Selbstaufgabe möglich, in freundlicher Beziehung zu allen Menschen. Äußere deine Wahrheit ruhig und klar und höre anderen ruhig zu, auch den Geistlosen und Unwissenden, auch sie haben ihre Geschichte.

Meide laute und aggressive Menschen, sie sind eine Qual für den Geist. Wenn du dich mit anderen vergleichst, könntest du bitter werden und dir nichtig vorkommen, denn immer wird es jemanden geben, größer und geringer ist als du. Freue dich deiner eigenen Leistungen wie auch deiner Pläne. Bleibe weiter an deinem eigenen Weg interessiert, wie bescheiden auch immer. Er ist ein echter Besitz im wechselnden Glück der Zeiten.

In deinen geschäftlichen Angelegenheiten lasse Vorsicht walten; denn die Welt ist voller Betrug. Aber nichts soll dich blind machen gegen gleichermaßen vorhandene Rechtschaffenheit. Viele Menschen ringen um hohe Ideale, und überall ist das Leben voll Heldentum.

Sei du selbst, vor allen Dingen heuchle keine Zuneigung, noch sei zynisch was die Liebe betrifft, denn auch im Augenblick aller Dürre und Enttäuschung ist sie doch immerwährend wie Gras.

Ertrage freundlich gelassen den Ratschluß der Jahre, gib die Dinge der Jugend mit Grazie auf. Stärke die Kraft des Geistes, damit sie dich in plötzlich hereinbrechendem Unglück schütze. Aber erschöpfe dich nicht mit Phantasien. Viele Ängste kommen aus Ermüdung und Einsamkeit.

Neben einer heilsamen Selbstdisziplin sei freundlich mit dir selbst, Du bist Kind Gottes genauso wie die Bäume und Sterne, du hast ein Recht hier zu sein. Und, ob es dir bewußt ist oder nicht, es besteht kein Zweifel, das Universum entfaltet sich wie vorgesehen. Darum lebe in Frieden mit Gott, was für eine Vorstellung du auch immer von ihm hast.

Was auch immer deine Arbeit und dein Sehnen ist, erhalte dir den Frieden mit deiner Seele in der lärmenden Wirrnis des Lebens. Mit all der Schande, der Plackerei und den zerbrochenen Träumen ist es dennoch eine schöne Welt.

Strebe behutsam danach, glücklich zu sein.


aus der alten St.-Paulus-Kirche, Baltimore v. 1692

 

Nimm dir Zeit


Nimm dir Zeit für dich selbst,  

du bist für dich der wichtigste Mensch.

 

Nehmt euch Zeit für die Liebe in all ihren Formen,

sie ist Gottes Gegenwart in dieser Welt.

 

Nehmt euch Zeit für eure Gefühle,

sie machen die Welt heller.

 

Nehmt euch Zeit für den Zorn,

sonst wird er euer Leben vergiften.

 

Nehmt euch Zeit zum Denken,

es ordnet die Dinge.

 

Nimm dir Zeit für die Musik,

sie kann tiefer gehen als Worte.

 

Nehmt euch Zeit zum Leben,

dass ihr mit einem Lächeln sterben könnt.

 

Aus Irland